KI & Digitalisierung

Wie viel KI verträgt die Logistik?

2 Min. Lesezeit Henrik Schneider

„Wie viel KI verträgt die Logistik?“ — die Frage stammt von der BVL und traf Ende 2024 einen Nerv. Diese Folge nimmt sie auf und sucht die Antwort nicht in der Theorie, sondern dort, wo Transport, Umschlag und Lager tatsächlich stattfinden.

Der Rahmen und die Gäste

Am Tisch sind Johannes Schmidt, Business Manager bei Cargoclix, Michael Buck, Geschäftsführer von Yearning Consulting und Dr. Christian Bechtle, Manager bei OP Mobility. Drei Perspektiven auf dieselbe Frage: Ist KI in der Logistik Hype oder Chance? Schmidt bringt die Sicht der Zeitfenster- und Rampensteuerung ein, Buck die Beratung, Bechtle die Werksrealität.

Was die Episode behandelt

  • Hype oder Chance. Warum die Wahrheit dazwischen liegt und die Antwort vom Anwendungsfall abhängt, nicht von der Technologie.
  • Sprachmodelle im Alltag. Was sich verändert hat, seit große Sprachmodelle breit verfügbar sind — und wo sie im Logistikalltag wirklich helfen.
  • Kundenerfahrungen aus der Praxis. Was Transport- und Umschlagunternehmen im Austausch tatsächlich einsetzen, jenseits der Schlagzeilen.
  • Selbstfahrende Fahrzeuge und intelligente Lager. Wo die Möglichkeiten groß sind und warum kleine Schritte am Standort oft der realistischere Weg sind.

Das Bild, das hängenbleibt

Die Folge räumt mit der Alles-oder-nichts-Erwartung auf. KI in der Logistik ist selten der große Wurf und meist die Summe kleiner, konkreter Schritte an einem Standort. Wer auf die eine transformierende Anwendung wartet, verpasst die vielen kleinen, die heute schon funktionieren — von der intelligenten Zeitfenstersteuerung bis zur automatisierten Nachschubplanung.

Was das für Lieferketten bedeutet

Für die Supply Chain heißt das: Der Wert entsteht inkrementell. Statt auf die vollautonome Lieferkette zu warten, lohnt es, die einzelnen Engpässe zu identifizieren, an denen ein Sprachmodell oder eine Automatisierung sofort Zeit spart. Die Kette wird nicht mit einem Schlag intelligent, sondern Glied für Glied.

Der zweite Punkt betrifft die Erwartungssteuerung. Die BVL-Frage „wie viel KI verträgt die Logistik“ unterstellt eine Obergrenze — dabei ist die eigentliche Frage, wie viel die konkreten Prozesse tragen. Ein Standort, der zentral gesteuert ist, verträgt anderes als ein dezentral gewachsener. Die Antwort ist immer lokal.

Quellen

Podcast „Logistik aus der Praxis“, Folge „Wie viel KI verträgt die Logistik?“ mit Johannes Schmidt (Cargoclix), Michael Buck und Dr. Christian Bechtle: https://open.spotify.com/episode/4AjD8LxhnC2ktjGWu1aA8X

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