Ein Lkw, der in fünfzehn Minuten betankt ist und danach wieder vierhundert Kilometer fährt — das ist keine Studie, sondern Alltag bei den Kunden von HyLane. Diese Folge nimmt den Wasserstoffantrieb dorthin, wo er sich beweisen muss: in den realen Fuhrpark.
Der Rahmen und die Gäste
Zu Gast ist Cara Kirchfeld, Sales Managerin bei HyLane in Köln. Das Unternehmen vermietet Brennstoffzellen-Lkw, statt sie zu verkaufen — ein Modell, das den Einstieg für Fuhrparkbetreiber senkt. Wir sprechen über Einsatzmöglichkeiten, Infrastruktur, Entwicklungsperspektiven und den Ausblick, und Kirchfeld bringt die Erfahrung aus dem laufenden Flottenbetrieb mit.
Was die Episode behandelt
- Das Miet-Modell. Warum HyLane die Fahrzeuge vermietet statt verkauft und was das für den Einstieg bedeutet.
- Reichweite und Betankung. Rund vierhundert Kilometer realistische Reichweite, in fünfzehn Minuten wieder voll — und warum die Betankungsdauer der eigentliche Vorteil ist.
- Einsatzprofile. Vom innerstädtischen Verteilerverkehr bis zum Fernverkehr im Wechselbrückenbetrieb, wo der kurze Tankstopp den Umlauf trägt.
- Infrastruktur und Ausblick. Wo die Tankstellen stehen, wie das Netz wächst und was die nächsten Jahre bringen.
Das Bild, das hängenbleibt
Die entscheidende Zahl ist nicht die Reichweite, sondern die Betankungsdauer. Vierhundert Kilometer schafft auch ein batterieelektrischer Lkw — aber in fünfzehn Minuten wieder voll zu sein, verändert die Einsatzlogik. Wo ein Batterie-Lkw eine mehrstündige Ladepause einplanen muss, tankt der Wasserstoff-Lkw wie ein Diesel und fährt weiter. Genau das macht ihn im Wechselverkehr interessant, wo der Wechselpunkt an die Tankstelle gelegt werden kann.
Was das für Lieferketten bedeutet
Für die Antriebswende in der Logistik ist das eine wichtige Differenzierung: Es gibt nicht die eine Lösung, sondern Einsatzprofile, zu denen die eine oder andere Technologie passt. Wasserstoff spielt seine Stärke dort aus, wo Standzeiten teuer sind und der Umlauf eng getaktet ist — Batterie dort, wo am Depot geladen werden kann.
Das Miet-Modell ist der zweite lehrreiche Punkt. Es verlagert das Technologierisiko vom Fuhrparkbetreiber zum Anbieter und senkt so die Schwelle für den Einstieg. Wer die Antriebswende nicht mit einer Millioneninvestition beginnen muss, sondern mit einem Mietvertrag testen kann, kommt schneller ins Ausprobieren — dieselbe Logik, mit der sich jede riskante Umstellung in kleinen, reversiblen Schritten angehen lässt.
Quellen
Podcast „Logistik aus der Praxis“ mit Cara Kirchfeld (HyLane): https://open.spotify.com/episode/5jVtaCxIFZosY3B55uCC3V