Logistik

Flottenelektrifizierung richtig planen

2 Min. Lesezeit Henrik Schneider
Flottenelektrifizierung richtig planen

Ein geförderter E-Lkw ist schnell gekauft — und dann beginnt das eigentliche Problem. Denn Elektrifizierung ist keine Fahrzeugfrage, sondern eine Planungsaufgabe, die Fahrzeug, Ladeinfrastruktur und Route zusammendenken muss, bevor der erste Lkw fährt.

Der Rahmen und die Gäste

Zu Gast ist Michael Hubschneider, Senior Product Manager bei PTV Logistics. Das Unternehmen bringt eigene Maut- und Kartendaten mit und ist bei Routenplanung und Optimierung oft im Spiel. Wir sprechen über die strukturelle Seite der Antriebswende — was jenseits der reinen Routenplanung zu bedenken ist, wenn ein Fuhrpark auf alternative Antriebe umstellt.

Was die Episode behandelt

  • Die drei Aspekte im Szenario. Warum Fahrzeugwahl, Ladeinfrastruktur und Betriebskonzept nicht getrennt, sondern gemeinsam geplant werden müssen.
  • Digitale Zwillinge. Wie sich die Umstellung modellieren lässt, bevor real investiert wird, und was ein Zielszenario leisten muss.
  • Der typische Fehlstart. Warum das Ausprobieren mit einem geförderten Einzelfahrzeug in die Irre führt, wenn das Gesamtbild fehlt.
  • Vom großen Szenario zum ersten Schritt. Wie man die Komplexität herunterbricht, ohne die Abhängigkeiten zu verlieren.

Das Bild, das hängenbleibt

Hubschneiders Kernpunkt ist, dass die drei Aspekte — welche Fahrzeuge, welches Laden, welcher Betrieb — nur zusammen einen Sinn ergeben. Wer das Fahrzeug zuerst kauft und die Ladeinfrastruktur danach plant, hat die Reihenfolge umgedreht und zahlt dafür mit Organisationsproblemen: Wo wird zwischengeladen, wann, wie? Das Szenario muss alle drei Fragen gleichzeitig beantworten, sonst optimiert man eine Größe auf Kosten der anderen.

Was das für Lieferketten bedeutet

Für jede Transformation im Fuhrpark ist das die zentrale Lehre: Die Planung entscheidet, nicht die Anschaffung. Ein digitaler Zwilling, der Einsatzprofile, Ladefenster und Routen zusammen durchrechnet, deckt die Engpässe auf, bevor sie Geld kosten — dieselbe Logik, mit der sich jede Netzwerkumstellung erst im Modell und dann in der Realität vollzieht.

Der zweite Gedanke ist der gegen den Aktionismus. Ein gefördertes Einzelfahrzeug fühlt sich nach Fortschritt an, führt aber in die Irre, wenn es ohne Gesamtszenario angeschafft wird. Der richtige erste Schritt ist nicht der Kauf, sondern die Analyse der Einsatzprofile — klein anfangen heißt hier, das Szenario zu verstehen, nicht ein einzelnes Fahrzeug zu testen.

Quellen

Podcast „Logistik aus der Praxis“ mit Michael Hubschneider (PTV Logistics): https://open.spotify.com/episode/6MW4Y0FMpfU2vWoXL9KDQT

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