Logistik

Alternative Antriebe: von der Pilotphase zur Realität

2 Min. Lesezeit Henrik Schneider
Alternative Antriebe: von der Pilotphase zur Realität

2025 war das Jahr, in dem die Elektromobilität in der Logistik erwachsen wurde — keine Experimente mehr, sondern Anwendungen mit belastbaren Zahlen. Top-Flotten fahren bereits 200.000 Kilometer im Jahr elektrisch. Diese Folge zieht Bilanz und schaut nach vorn.

Der Rahmen und die Gäste

Zu Gast sind Michael Hubschneider von PTV Logistics und Matthias Rathmann, beide tief im Thema alternative Antriebe. Der Blick geht auf die Elektrifizierung von Flotten, die Ladeinfrastruktur, die Fortschritte bis 2025 und die Rolle der Photovoltaik als Treiber. Ein Rückblick auf das Erreichte und eine Einordnung dessen, was 2026 ansteht.

Was die Episode behandelt

  • Vom Experiment zur Anwendung. Warum 2025 die Transformation ein gutes Stück vorankam und die Pioniere ihre Flotten aufstockten.
  • Planungssicherheit durch Maut. Was die Mautbefreiung bis 2031 für die Wirtschaftlichkeit und die Investitionsbereitschaft bedeutet.
  • Langstreckenfähige E-Lkw. Warum jetzt alle großen Hersteller taugliche Fahrzeuge im Portfolio haben und was das ermöglicht.
  • Die Branche hilft sich selbst. Wie Ladenetzwerke wie Dynatrack und Truckcharge entstehen, wo öffentliche Infrastruktur fehlt.

Das Bild, das hängenbleibt

Die Zahl, die alles zusammenfasst: 200.000 Kilometer im Jahr, rein elektrisch, gefahren von den Top-Flotten. Das ist der Beleg, dass die Elektrifizierung die Pilotphase verlassen hat. Ergänzt wird sie durch die Mautbefreiung bis 2031 — sie schafft die Planungssicherheit, die vorher fehlte, und macht aus einer riskanten Wette eine kalkulierbare Investition. Wasserstoff und Batterie werden dabei nicht mehr als Entweder-oder gedacht, sondern als Ergänzung.

Was das für Lieferketten bedeutet

Für Fuhrparkbetreiber ist die klare Handlungsempfehlung: klein anfangen statt Totalelektrifizierung. Die Einsatzprofile mit Werkzeugen analysieren, die Depot-Ladeinfrastruktur als ersten Schritt aufbauen und die Kunden früh einbinden, weil auch sie von den CO2-Einsparungen profitieren. Die Transformation gelingt inkrementell, nicht im großen Sprung.

Der tiefere Punkt ist der Wandel von der Technologie- zur Planungssicherheit. Solange unklar war, ob die Maut greift und ob langstreckenfähige Fahrzeuge kommen, blieb jede Investition eine Wette. Mit stabilen Rahmenbedingungen verschiebt sich die Frage von „ob„ zu „wie“ — und damit von der Innovations- in die Umsetzungsphase, in der Struktur und Prozess über den Erfolg entscheiden.

Quellen

Podcast „Logistik aus der Praxis“ mit Michael Hubschneider und Matthias Rathmann: https://open.spotify.com/episode/45fuyqBwEN4YJBWLMlF3qz

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